Medikamentenforschung seriös unterstützen statt profilieren

Veröffentlicht am 1. April 2021

Im Zuge der aktuellen Debatte in der Region Braunschweig zur Unterstützung der Braunschweiger Start-Ups bei der Entwicklung eines COVID19-Therapeutikums erklärt der Braunschweiger CDU-Bundestagsabgeordnete Carsten Müller:

„Die Braunschweiger Forschungen für ein wirksames Coronamedikament müssen weiter seriös und gemeinsam durch das Unternehmen und die handelnden Akteure unterstützt werden. Appelle einzelner Gruppen schaffen möglicherweise Öffentlichkeit, aber sind dem erwünschten Förderungsziel nicht zwingend hilfreich. Aus Erfahrungen ist allgemein bekannt, dass öffentliche Debatten und Schuldzuweisungen selten ein Gelingen befördern.

Seit Monaten führe ich Gespräche mit dem Unternehmen sowie der Landes- und Bundespolitik. Das niedersächsische Wirtschaftsministerium unterstützt die Forschung bereits umfänglich. Auf Bundesebene wurden von mir schon im letzten Jahr neben dem Bundesforschungsministerium, dem Bundesgesundheitsministerium und dem Bundeswirtschaftsministerium auch das Bundeskanzleramt und die Bundesfinanzpolitiker von den Notwendigkeiten der Forschungsförderung informiert. Der Austausch dazu läuft weiter. Das Bundeskabinett ist eingebunden und wenn es eines Appells bedarf, appelliere ich an den Bundesfinanzminister, die Mittel jetzt verfügbar zu machen.

Da die Verwendung öffentlicher Mittel stets besonderen Anforderungen und Voraussetzungen unterliegen, müssen auch andere, möglicherweise schneller Wege abseits der staatlichen Forschungsförderung in Betracht gezogen werden. Um die notwendigen Mittel aufzutreiben, sollten die Chancen von Crowdfunding ausgelotet werden. Zahlreiche Bürgerinnen und Bürgern haben bereits ihre Unterstützungsbereitschaft in Zuschriften signalisiert. Crowdfunding kann ein wirkungsvoller Ansatz der vielen Interessierten sein, um eine Durchführung der klinischen Studie finanzieren zu können. Und auch die Stadt Braunschweig könnte sich über diesen Weg an der Forschungsförderung beteiligen und ein Zeichen für den Forschungsstandort Braunschweig setzen.

Abseits der Politik habe ich bereits im September den führenden Pharmaverband auf die Forschung und notwendige Forschungsförderung aufmerksam gemacht und einen Austausch zwischen Unternehmen und Verband angestoßen, um auch auf diesem Wege zusätzliche Fördermöglichkeiten für die Forscherinnen und Forscher zu eröffnen.

Mein übergeordnetes Ziel bleibt es, durch gemeinsame und seriöse Arbeit die notwendigen Mittel für die Durchführung der klinischen Studie aufzutreiben. Gruppenbildung und parteipolitische Profilierung dienen der Sache nicht und haben an dieser Stelle nichts zu suchen.“